Der Do-It-Yourself-Desktop
Neben den großen Desktopumgebungen gibt es ja auch weiterhin die Möglichkeit, sich seine Oberfläche aus Einzelteilen zusammen zu bauen. Als ich mal einige Probleme hatte, und nicht wusste, welches Programm sie verursacht, habe ich mal kurzerhand alles ausgetauscht, was mir so in die Finger geriet. Da ich die meisten Sachen nur kurz angetestet habe, hier auch nur kurze Statements dazu:
Fenstermanager
Compiz hat ja eher den Ruf weg, das der Fenstermanager nur an den grafischen Schnickschnack rangebaut wurde. Es gibt auch viel Schnickschnack, wie z.B. Fenster, die beim Schließen abbrennen und so. Aber Compiz beinhaltet auch einen sehr leistungsfähigen Fenstermanager, der standardkonform arbeitet und bei dem man so ziemlich alles einstellen kann - und zwar grafisch! Es ist sicherlich ein ganz schöner Aufwand, alles zu konfigurieren, aber man erhält dafür einen sehr leistungsfähigen Fenstermanager, der absolut individuell angepasst ist. Und einige Effekte, wie z.B. der Expose-Effekt, sind durchaus nützlich, auch die verschiedenen Animationen zum Durchwechseln durch die Fenster (Alt-Tab) sind teilweise sehr benutzerfreundlich. Und die Effekte sind gut zum Angeben ;-) Meienr Meinung nach eindeutig empfehlenswert, auch wenn ich wegen der besseren Integration bei xfwm bleibe.
Einer der beliebtesten Fenstermanager bei Archlinux ist Openbox, der eher den minimalistischen Ansatz verfolgt. Er ist klein, schnell, hat meiner Meinung nach relativ kleine und nicht sehr schöne Fensterdekorationen, und macht, was er soll. Alles in allem ziemlich unspektakulär. Als negativ empfand ich noch die XML-Konfiguration. Einiges ging zwar auch mit externen GUI-Programmen, aber halt nicht anders. Ich habe nichts gegen Textdateien, aber warum muss es auf Teufel komm raus XML sein? Ich fand es eher unübersichtlich...
Dateimanager
Ich benutze momentan hauptsächlich den zu XFCE gehörenden Thunar. Der pcmanfm wirkt recht ähnlich, da habe ich den mal kurzerhand angetestet. Ich muss sagen, er IST ähnlich. Kleinigkeiten funktionieren etwas anders, einiges funktioniert bei Thunar besser, anderes bei pcmanfm, aber eigentlich tun die sich nicht viel. Als Dateimanager für einen reinen Fenstermanager ist er nur zu empfehlen, zumal er bei Bedarf auch Icons auf dem Desktop zur Verfügung stellt. Im Augenblick ist die version 0.5.1 aktuell und das Programm wird komplett neu entwickelt. ich bin mal gespannt, wie die neue Version sein wird...
Panel
Panel gibt es ja wie Sand am mehr, ich habe mir mal tint2 angesehen. Sieht hübsch aus, hat eine Taskleiste, einen Systemabschnitt und eine Uhr und funktioniert. Schlicht und funktional. Leider hat das Panel nicht sonderlich viele Module. Dass es nicht grafisch konfigurierbar ist, ist nicht weiter schlimm, die Textdatei ist übersichtlich.
Terminal-Emulator
Meiner Erfahrung nach haben ganz viele Terminal-Emulatoren von Haus aus Probleme mit Curses-Anwendungen wie Midnight Commander, aber das mag an der Schrift liegen. xterm ist da eher unkompliziert. Dafür war ich nicht in der Lage, die Terminal-Farben zu verändern. Ich habe Configs aus dem Netz kopiert und scheiterte. Die Konfiguration erfolgt auch leider sehr kryptisch über xresources. Mein Urteil: Funktioniert zuverlässig, lässt sich aber schlecht anpassen. So akzeptieren, wie es ist, oder etwas anderes suchen...