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Die K-Desktopumgebung (KDE)

KDE ist eine vollständige Desktopumgebung für unixoide Betriebssysteme. Dass heißt, dass KDE nicht nur wie ein Fenstermanager zum hin- und herschubsen von Fenstern taugt, sondern jede Menge zusätzlicher Programme hat, die alle gut aufeinander abgestimmt sind. Das gelingt insbesondere bei den PIM-Anwendungen sehr gut. Ich möchte hier einmal zwischen dem eigentlichen Desktop (inkl. des Hintergrundbildes, der Panel und der Konfiguration) und den weiteren Anwendungen unterscheiden.

Zu KDE gehört ein Fenstermanager, der eigentlich alles kann, was ein non-tiling Fenstermanager halt so kann: Themes, Stay-on-top, Einrollen, vertikales oder horizontales Maximieren, Einrasten der Fenster an anderen Fenstern oder am Rand, Composition, etc. In KDE gibt es so viele Optionen und Programme, dass man es schnell übersehen kann, dass der eigentliche Fenstermanager von KDE echt ziemlich gut ist. Und dabei ist er auch noch sehr stabil!
Der Desktop und das Panel gefielen mir früher auch sehr gut. Mit KDE 4 wurde jedoch der Wandel vom klassischen Desktop hin zu Plasma vollzogen. Plasma ist eine Oberflläche, die sich aus lauter kleinen Applets, den sogenannten Plasmoiden zusammensetzt. Dadurch kann man Uhren, Kalender, Systemanzeigen und vieles mehr einfach im Hintergrundbild anzeigen. Technisch ist das sicherlich alles ganz toll, ich persönlich habe auf meinem Desktop jedoch nicht einmal Icons, da ich den aufgrund maximierter Fenster praktisch nie sehe.
Die Konfiguration des Panels, dass auch nichts anderes ist als ein Plasmoid, wirkt jetzt auch etwas sonderbar. Alles in allem jedoch sehr mächtig und sehr gut konfigurierbar. Dies gilt übrigens für das ganze KDE, man wird förmlich mit Konfigurationsmöglichkeiten erschlagen. Wer seinen Desktop stark individualisieren möchte, ist hier goldrichtig!

Die KDE-Anwendungen sind zum größten Teil sehr gut, zu nennen wären da z.B. so wichtige Programme wie der Dateimanager Dolphin und die Terminalemulation Konsole. Ich persönlich fand auch immer die PIM-Anwendungen sehr herausragend, das Mailprogramm kmail mit einer exzellenten GnuPG-Unterstützung, einem sehr guten Adressbuch und dem Terminkalender, der sich sogar die Geburtstage aus dem Adressbuch zieht.
Der Texteditor kwrite ist zwar eher unscheinbar, gehört aber auch eindeutig zu den besseren Texteditoren. Ihm fehlen zwar einige der Fähigkeiten von vim oder emacs, aber er hat eigentlich alles, was normalsterbliche Menschen so brauchen und ist dabei deutlich intuitiver zu bedienen.

Ich selber habe KDE von Version 1 bis 4.2 benutzt. Mit KDE 4 sind aber einige Veränderungen gekommen, die mir nicht mehr so zugesagt haben. Ich habe den Eindruck, es wird hauptsächlich Wert auf Plasma, den zunehmenden Composition-Effekten und den entsprechenden Themes gelegt. Fehler wie nicht funktionierende Tastenkürzel wurden vernachlässigt, mit dem Wissen davon wurden sogar KDE-Versionen herausgegeben! Für mich stand immer die Funktion im Vordergrund, nicht so sehr das Aussehen. Die Multimediaschnittstelle Phonon ist eine gute Idee - aber ich benutze kein einziges KDE-Multimediaprogramm. Akonadi ist sicherlich technisch sehr klasse, aber ich brauche es nicht. Und noch weniger brauche ich die 150 MB-SQL-Datenbanken, die es in meinem Home-Verzeichnis anlegt..
Letzteres ließ mich nach neuen PIM-Programmen gucken. Mein Lieblingsbildbetrachter kuickview, der insbesondere durch sehr gute Tastennavigation glänzte, war auch nicht mehr dabei und musste durch durch einen anderen ersetzt werden.
So kam es, dass ich fast kein einziges KDE-Programm mehr verwendet habe. Und nur wegen des Anmeldemanagers, des Panels und der Terminalemulation wollte ich mir diese riesige Desktopumgebung nicht antun und suchte mir auch da Alternativen. Da mir KDE mittlerweile zu aufgebläht war (nicht im Sinne von Speicherverbrauch, eher bezogen auf Konfigurationsoptionen und Anwendungen, die es mit sich bringt), schmiss ich es März 2009 von meinem Rechner runter und ersetzte es durch xfce 4. Doch dazu mehr auf einer anderen Seite ;-).

Weitere Informationen: http://www.kde.org (extern)